Bewertung & PreisfindungVon Sebastian Stelzig
Kurz gesagt
- Einen einzigen Durchschnittspreis für Cottbus gibt es amtlich nicht. Der Gutachterausschuss veröffentlicht Werte je Baujahresgruppe, Sanierungsstand und Wohnungssegment – und die reichen 2025 von 1.274 bis 4.265 Euro je Quadratmeter.
- Grundlage sind 501 beurkundete Kaufverträge mit 145,1 Millionen Euro Umsatz. Portale werten Inserate aus, der Gutachterausschuss wertet Notarverträge aus. Nur das Zweite ist eine Verhandlungsgrundlage.
- Cottbus ist kreisfrei und hat einen eigenen Gutachterausschuss. Für das Umland ist ein anderer zuständig, dessen aktueller Bericht ein Jahr älter ist. Diese beiden Datenstände nicht vermischen.
- Die tatsächlich gezahlten Bodenpreise lagen 2025 im Mittel bei 119 Prozent des Bodenrichtwerts, in Einzelfällen bei 55 und bei 205 Prozent. Der Bodenrichtwert ist ein Ausgangspunkt, kein Ergebnis.
- Alle diese Zahlen beschreiben den Markt, nicht Ihr Haus. Was Ihre Immobilie wert ist, klärt ein Termin vor Ort. Einen Online-Rechner biete ich bewusst nicht an.
Die Frage nach den Immobilienpreisen in Cottbus höre ich fast jede Woche, meistens am Telefon und meistens in dieser Form: „Was ist mein Haus denn so ungefähr wert?" Eine ehrliche Antwort dauert länger als der Anruf. Die eine Zahl für Cottbus gibt es nämlich nicht. Es gibt amtliche Daten für einzelne Marktsegmente, und die liegen erstaunlich weit auseinander.
Ich bin Sebastian Stelzig und vermittle seit 2012 Immobilien im Raum Cottbus. Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche Zahlen für die Stadt tatsächlich existieren, wer sie erhebt und wie weit Sie damit kommen, bevor jemand Ihre Immobilie von innen gesehen hat. Alle Werte stammen aus dem Grundstücksmarktbericht 2025 des Gutachterausschusses, aus amtlichen Statistiken oder direkt aus dem Gesetz – nichts davon ist geschätzt.
Die amtlichen Zahlen für Cottbus 2025
Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Cottbus/Chóśebuz hat seinen Bericht für das Kalenderjahr 2025 im Juni 2026 veröffentlicht. Es ist die 34. Ausgabe. Drei Zahlen beschreiben den Markt im Ganzen:
- 501 Verträge über Eigentumswechsel gegen Entgelt, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Darin enthalten sind acht Zuschlagsbeschlüsse aus Zwangsversteigerungen.
- 145,1 Millionen Euro Geldumsatz, ein Plus von einem Prozent.
- Rund 1.506.000 Quadratmeter Flächenumsatz, also etwa 151 Hektar.
Interessanter als die Summe ist die Verteilung. Bebaute Grundstücke machten 206 Verträge und 106,1 Millionen Euro aus. Wohnungs- und Teileigentum kam auf 161 Verträge, und der Geldumsatz in diesem Segment stieg um 29 Prozent. Unbebaute Bauflächen dagegen brachen ein: 62 Verträge, minus 15 Prozent, und beim Geldumsatz ein Minus von 54 Prozent. Wer 2025 in Cottbus gekauft hat, hat überwiegend Bestand gekauft, nicht Bauland.
Was kostet eine Immobilie in Cottbus?
Einen einzelnen Durchschnittspreis gibt es amtlich nicht. Der Grundstücksmarktbericht 2025 weist für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser normierte Kaufpreismittel zwischen 219.290 Euro und 395.178 Euro aus, gestaffelt nach Baujahr und Sanierungsstand. Eigentumswohnungen liegen je nach Segment zwischen 1.274 und 4.265 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Grundlage sind 501 beurkundete Kaufverträge.
Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser
Für 2025 hat der Gutachterausschuss 71 Objekte ausgewertet. „Normiertes Kaufpreismittel" heißt: Die Werte sind auf vergleichbare Verhältnisse umgerechnet, damit sich Baujahresgruppen überhaupt gegenüberstellen lassen.
| Baujahr und Zustand | Kauffälle | mittlere Wohnfläche | Preis je m² | mittlerer Gesamtkaufpreis |
|---|---|---|---|---|
| vor 1948, unsaniert | 16 | 143 m² | 1.750 € | 247.006 € |
| vor 1948, teilsaniert | 7 | 133 m² | 2.076 € | 286.857 € |
| vor 1948, saniert | 2 | 147 m² | 2.474 € | 352.500 € |
| 1949–1989, unsaniert | 10 | 112 m² | 1.922 € | 219.290 € |
| 1949–1989, teilsaniert bis saniert | 4 | 140 m² | 2.839 € | 395.178 € |
| 1990–1999 | 16 | 144 m² | 2.496 € | 349.188 € |
| 2000–2021 | 16 | 118 m² | 2.852 € | 335.824 € |
Zwei Dinge fallen daran auf. Erstens: Zwischen einem unsanierten Haus aus den siebziger Jahren und einem sanierten Haus derselben Baujahresgruppe liegen 175.888 Euro. Der Sanierungsstand ist in Cottbus der teuerste Einzelfaktor, den ich kenne – teurer als die Lage.
Zweitens: Die Fallzahlen sind klein. Vier Kauffälle in der Gruppe „1949–1989, teilsaniert bis saniert" ergeben rechnerisch einen Preisanstieg von rund 20 Prozent gegenüber 2024, und der Bericht schreibt dazu selbst, dieser Anstieg sei „vermutlich auf die wenigen Kauffälle zurückzuführen". Bei zwei sanierten Vorkriegshäusern gilt dasselbe. Vier Häuser sind kein Markt, sie sind vier Häuser.
Der Bericht nennt daneben eine deutliche Bewegung: In der Gruppe „vor 1948, unsaniert" stiegen die Preise um rund 16 Prozent. Bei teilsanierten und sanierten Altbauten sowie bei unsanierten Häusern der Baujahre 1949 bis 1989 fielen sie um fünf bis acht Prozent. Und eine Aussage, die viele überrascht: Auswirkungen des Gebäudeenergiegesetzes seien aus der Datensammlung des Gutachterausschusses derzeit nicht ableitbar.
Eigentumswohnungen
Hier ist die Spreizung noch größer:
| Segment | Kauffälle 2025 | Preis je m² Wohnfläche |
|---|---|---|
| Erstverkauf, Erstbezug (inkl. Stellplatz) | 10 | 4.265 € |
| Umwandlung sanierter Altbauten | 17 | 2.749 € |
| Weiterveräußerung Altbau | 19 | 2.473 € |
| Weiterveräußerung Neubau | – | 2.392 € |
| Weiterveräußerung geschlossene Wohnquartiere | – | 1.274 € |
| Umwandlung geschlossene Wohnquartiere | 3 | 1.106 € |
Der Spitzenwert von 4.265 Euro je Quadratmeter wird gern zitiert. Er beruht auf zehn Kauffällen. Zum Vergleich die Zeitreihe für dieses Segment: 2019 waren es 43 Kauffälle bei 2.588 Euro, 2021 dann 21 Kauffälle bei 3.348 Euro, 2024 noch 15 bei 4.093 Euro und 2025 eben zehn bei 4.265 Euro. Der Preis steigt, die Zahl der Abschlüsse fällt seit sechs Jahren. Das ist kein breites Marktniveau, sondern ein schmales Neubausegment, das sich vom Rest des Marktes abgekoppelt hat.
Insgesamt wurden 117 Eigentumswohnungen weiterveräußert, rund 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Wenn Sie eine Wohnung in einem der großen Wohnquartiere verkaufen wollen, ist der 4.265-Euro-Wert für Sie ohne Bedeutung. Die relevante Zeile heißt dann „geschlossene Wohnquartiere", und dort steht 1.274 Euro je Quadratmeter, mit einer Spanne von 800 bis 2.174 Euro über Ein- bis Fünf-Raum-Wohnungen der Baujahre 1929 bis 1991.
Warum Portalpreise und Marktbericht auseinanderliegen
Der Unterschied ist keine Feinheit, sondern der Kern der Sache. Ein Immobilienportal wertet aus, was Verkäufer verlangen. Der Gutachterausschuss wertet aus, was Käufer gezahlt haben.
Die Rechtsgrundlage steht im Baugesetzbuch. Nach § 193 Abs. 5 BauGB führt der Gutachterausschuss „eine Kaufpreissammlung, wertet sie aus und ermittelt Bodenrichtwerte und sonstige zur Wertermittlung erforderliche Daten". In diese Sammlung fließt jeder notariell beurkundete Kaufvertrag ein – die beurkundende Stelle ist zur Übersendung verpflichtet (§ 195 BauGB). Es gibt in Deutschland keine vollständigere Datenquelle für Immobilienpreise, und sie ist nicht in privater Hand.
Ein Inserat dagegen ist eine Absichtserklärung. Es sagt nichts darüber, ob das Objekt zu diesem Preis verkauft wurde, ob es überhaupt verkauft wurde oder wie lange es im Portal stand. In einem Markt mit 501 Verträgen im Jahr – das sind knapp zehn pro Woche für eine ganze Stadt – reichen ein paar überteuerte Dauerinserate, um eine Portalstatistik spürbar zu verschieben.
Deshalb eine Bitte, wenn Sie recherchieren: Achten Sie darauf, ob eine Quelle „Angebotspreis" oder „Kaufpreis" schreibt. Und achten Sie darauf, wer dahintersteht. Portale wie bodenrichtwerte-deutschland.de sehen amtlich aus und stehen bei Suchanfragen weit oben, sind es aber nicht. Das amtliche Bodenrichtwertinformationssystem des Landes Brandenburg ist BORIS, betrieben von der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg.
Zwischenfazit: Amtliche Zahlen kommen aus beurkundeten Verträgen, Portalzahlen aus Anzeigen. Für Cottbus mit seinen wenigen hundert Abschlüssen im Jahr ist dieser Unterschied größer als in einer Großstadt. Wo genau Sie die amtlichen Zahlen finden, hängt davon ab, ob Ihre Immobilie in der Stadt oder im Umland liegt – und das ist die nächste Stolperstelle.
Zwei Gutachterausschüsse, zwei Berichtsjahre: Cottbus und das Umland
Cottbus ist kreisfreie Stadt und wird vollständig vom Landkreis Spree-Neiße umschlossen. Für die Bewertung bedeutet das zwei getrennte amtliche Zuständigkeiten:
- Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Cottbus/Chóśebuz besteht seit 1990 und ist laut eigenem Bericht „ein selbstständiges, unabhängiges und weisungsfreies Gremium". Die Geschäftsstelle sitzt beim Fachbereich Geoinformation und Liegenschaftskataster in der Karl-Marx-Straße 67. Aktueller Bericht: Berichtsjahr 2025.
- Für Peitz, Spremberg, Guben, Forst, Drachhausen und das übrige Umland ist der gemeinsame Gutachterausschuss der Landkreise Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz zuständig, Geschäftsstelle in der Vom-Stein-Straße 30. Aktueller Bericht: Berichtsjahr 2024, erschienen im Oktober 2025.
Ein Jahr Unterschied klingt nach Kleinigkeit. In einem Markt, der sich gerade sortiert, ist es keine. Wer Cottbuser Zahlen aus 2025 gegen Umlandzahlen aus 2024 stellt und daraus einen Trend ableitet, rechnet zwei verschiedene Jahre gegeneinander.
Für das Umland zeichnet der Bericht 2024 ein anderes Bild als die Stadt: 2.284 Verträge (minus 5,1 Prozent), 214,6 Millionen Euro Geldumsatz (minus 3,1 Prozent), 1.732 Hektar Flächenumsatz (minus 17 Prozent). Beim Wohnbauland nennt der Bericht „weiter rückläufige Vertragszahlen mit nachlassenden Bodenpreisen", zugleich aber „leicht steigende Bodenpreise in den ländlichen und CB-nahen Wohnlagen". Bei Einfamilienhäusern: „stagnierende bis leicht sinkende Preise". Beides steht nebeneinander, und beides stimmt – je nachdem, wo genau das Grundstück liegt.
Bodenrichtwerte in Cottbus, Stichtag 1. Januar 2026
Zum Stichtag 01.01.2026 hat der Cottbuser Gutachterausschuss 106 Bodenrichtwerte beschlossen. Der Bericht fasst sie nach Lagekategorien zusammen (jeweils erschließungsbeitragsfrei):
| Lage | Bodenrichtwertspanne |
|---|---|
| Stadtzentrum | 260 – 490 €/m² |
| Zentrumsrandlage | 85 – 260 €/m² |
| Individueller Wohnungsbau | 15 – 200 €/m² |
| Gewerbegebiete | 15 – 60 €/m² |
| Außenbereich | jeweils 14,00 €/m² |
Acht Zonen für den individuellen Wohnungsbau stiegen gegenüber dem Vorjahr um rund 6 bis 20 Prozent, alle übrigen blieben konstant. Die gewerblichen Bauflächen bewegten sich nicht.
Sie werden im Netz Sätze finden wie „Der Bodenrichtwert in Ströbitz beträgt X Euro". Solche Sätze sind fachlich nicht haltbar. Ein Cottbuser Ortsteil umfasst mehrere Bodenrichtwertzonen mit verschiedenen Werten und verschiedener zulässiger baurechtlicher Nutzung. Der Bericht formuliert das unmissverständlich: Die Bestimmung des zutreffenden Bodenrichtwerts hat „zwingend auf Basis der zulässigen baurechtlichen Nutzung des Grundstücks zu erfolgen". Den Wert für Ihre Zone rufen Sie zonenscharf über BORIS ab – § 196 Abs. 3 BauGB sagt dazu schlicht: „Jedermann kann von der Geschäftsstelle Auskunft über die Bodenrichtwerte verlangen." Über BORIS geht das gebührenfrei und rund um die Uhr, für Stichtage ab dem 01.01.2010; wie das Schritt für Schritt läuft, steht unter Bodenrichtwerte für Cottbus.
Und dann kommt der Punkt, an dem viele Eigentümer stutzen. Bei 26 Kauffällen unbebauter, baureifer Wohnbaugrundstücke lag der 2025 tatsächlich gezahlte Bodenpreis zwischen 36 und 200 Euro je Quadratmeter, im Mittel bei 118 Euro. Gemessen am jeweiligen Bodenrichtwert waren das im Mittel 119 Prozent – mit einer Spanne von 55 bis 205 Prozent. Manche Grundstücke gingen also für gut die Hälfte des Richtwerts weg, andere für mehr als das Doppelte. Der Bodenrichtwert ist ein Ausgangspunkt für die Bewertung. Ein Ergebnis ist er nicht.
Was die Preise in Cottbus bewegt
Ich bin vorsichtig mit Prognosen, weil sie sich schlecht belegen lassen. Was sich belegen lässt, sind die Kräfte, die auf diesen Markt wirken – und sie ziehen in unterschiedliche Richtungen.
Auf der Angebotsseite hat sich etwas getan: 2025 wurden in Cottbus 143 Gebäude genehmigt gegenüber 104 im Vorjahr, darunter 44 neue Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber 25. Das ist fast eine Verdopplung bei den Eigenheimen. Gleichzeitig brach der Umsatz mit unbebauten Bauflächen um mehr als die Hälfte ein. Beides zusammen deutet darauf hin, dass gebaut wird, was schon gekauft war.
Der Strukturwandel ist kein Marketingbegriff, sondern steht im Gesetz. Das Investitionsgesetz Kohleregionen benennt in § 2 InvKG die kreisfreie Stadt Cottbus ausdrücklich als Teil des Fördergebiets Lausitzer Revier. Der Bund gewährt danach Finanzhilfen von bis zu 14 Milliarden Euro, längstens bis 2038 – verteilt allerdings auf drei Reviere, von denen 43 Prozent auf die Lausitz entfallen und davon wiederum 60 Prozent auf Brandenburg. Formulierungen wie „14 Milliarden für Cottbus" sind schlicht falsch. Das gesetzliche Enddatum der Kohleverstromung ist ebenfalls 2038; das nahe Kraftwerk Jänschwalde ist nach Anlage 2 des Kohleverstromungsbeendigungsgesetzes auf den 31.12.2028 terminiert.
Konkrete Ansiedlungen stehen dahinter. Das ICE-Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn soll nach Angaben der Stadt Cottbus 1.200 neue Arbeitsplätze bringen; die erste, zweigleisige Halle ist seit Januar 2024 in Betrieb. Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem wurde zum 01.07.2024 gegründet, startet zum Wintersemester 2026/27 mit 36 Medizinstudierenden und soll im Vollausbau 200 Erstsemesterplätze und rund 1.300 zusätzliche Stellen in Forschung und Lehre umfassen. An der BTU Cottbus-Senftenberg waren im Wintersemester 2025/26 amtlich 7.549 Studierende eingeschrieben. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt betreibt in Cottbus zwei Institute.
Auf der anderen Seite steht die Demografie. Zum 31.12.2025 zählte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg für Cottbus 95.140 Einwohner – ein Plus von 17 Personen gegenüber dem Jahresanfang. Diese 17 sind das Ergebnis von 825 mehr Sterbefällen als Geburten und einem Wanderungsüberschuss von 833. Die Stadt wächst nur, weil Menschen zuziehen. Die amtliche Prognose des Landes erwartet für Cottbus bis 2040 einen Rückgang um 2,5 Prozent.
Eine Anmerkung dazu, weil sie in Cottbus regelmäßig für Verwirrung sorgt: Der Grundstücksmarktbericht nennt für denselben Stichtag 100.236 Einwohner. Diese Zahl stammt aus dem Melderegister der Stadtverwaltung, die 95.140 aus der Bevölkerungsfortschreibung auf Zensus-2022-Basis. Beide sind amtlich, sie messen nur Verschiedenes. Für Vergleiche mit anderen Städten ist die Zahl des Amtes für Statistik die richtige – und danach hat Cottbus die 100.000er-Marke nicht überschritten.
Und die Kaufkraft? 28.424 Euro je Einwohner im Jahr 2025, ein Index von 93,0 bei einem Bundesschnitt von 100. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,9 Prozent. Bundesweit stieg der Häuserpreisindex im ersten Quartal 2026 um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, für Ein- und Zweifamilienhäuser in dünn besiedelten ländlichen Kreisen ging er dagegen um 0,8 Prozent zurück.
Zwischenfazit: Investitionen und Zuzug stützen den Cottbuser Markt, Demografie und Kaufkraft bremsen ihn. Der Saldo fällt je nach Objekttyp und Lage völlig unterschiedlich aus – was zu der Frage führt, was von alledem für Ihre Immobilie gilt.
Von der Marktzahl zum Preis Ihrer Immobilie
Alle bisherigen Zahlen beschreiben Segmente. Ihr Haus ist kein Segment. Wenn Sie sich trotzdem selbst einen ersten Rahmen verschaffen wollen, gehen Sie so vor:
- Bodenrichtwert abrufen. Über BORIS Brandenburg die Zone Ihres Grundstücks öffnen, Stichtag 01.01.2026. Gebührenfrei, als PDF. Achten Sie auf die zulässige Nutzung der Zone, nicht auf den Ortsteilnamen.
- Bodenwert überschlagen. Bodenrichtwert × Grundstücksfläche. Und dann im Kopf behalten, dass die tatsächlich gezahlten Preise 2025 zwischen 55 und 205 Prozent dieses Werts lagen.
- Ihr Segment im Marktbericht suchen. Baujahresgruppe und Sanierungsstand bestimmen die Zeile, nicht der Wunsch. „Teilsaniert" heißt im Bericht etwas anderes als im Sprachgebrauch – im Zweifel die niedrigere Zeile nehmen.
- Fallzahl prüfen. Steht neben Ihrer Zeile eine einstellige Kauffallzahl, ist der Wert ein Anhaltspunkt und keine Aussage.
- Den Rest jemanden ansehen lassen. Feuchtigkeit im Keller, Dachstuhl, Heizungsalter, Elektrik, Grundbuchlasten wie Wohnrecht oder Nießbrauch, Zuschnitt und Erschließung des Grundstücks: Diese Punkte verschieben den Wert um Beträge, die jede Tabellenrecherche erledigen.
Für Schritt fünf gibt es eine gesetzliche Systematik. Nach § 6 Abs. 1 ImmoWertV sind „zur Wertermittlung das Vergleichswertverfahren, das Ertragswertverfahren, das Sachwertverfahren oder mehrere dieser Verfahren heranzuziehen", und die Wahl ist zu begründen. Bei Eigentumswohnungen und Reihenhäusern führt in Cottbus meist der Vergleichswert, bei freistehenden Einfamilienhäusern der Sachwert, bei vermieteten Objekten der Ertragswert. In der Praxis rechne ich ein Verfahren und plausibilisiere es mit einem zweiten.
Der Maßstab dahinter ist der Verkehrswert nach § 194 BauGB: der Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr „ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse zu erzielen wäre". Was Sie in das Haus investiert haben, spielt darin keine Rolle. Das ist die unangenehmste Nachricht in vielen Erstgesprächen und gleichzeitig die nützlichste.
Deshalb gibt es bei mir keinen Online-Bewertungsrechner. Ein Formular kennt weder den Sanierungsstand noch die Eintragung in Abteilung II des Grundbuchs, und beides bewegt in Cottbus sechsstellige Beträge. Die Wertermittlung vor Ort liefert Ihnen zwei Zahlen: den erzielbaren Verkaufspreis und die marktgerechte Miete. Erst dann ist die Frage verkaufen oder vermieten überhaupt entscheidbar. Was danach kommt, steht im Ablauf eines Verkaufsmandats; was Sie schon vor dem ersten Inserat klären sollten, habe ich unter Haus verkaufen in Cottbus zusammengefasst.
Häufige Fragen
Was kostet ein Haus in Cottbus? Der Gutachterausschuss veröffentlicht keinen einzelnen Durchschnittspreis, sondern normierte Kaufpreismittel je Baujahresgruppe. 2025 reichten sie von 219.290 Euro (Baujahre 1949 bis 1989, unsaniert) bis 395.178 Euro (dieselbe Baujahresgruppe, teilsaniert bis saniert), ausgewertet über 71 Objekte. Der Sanierungsstand trennt die Werte stärker als das Baujahr.
Wie hoch ist der Bodenrichtwert in Cottbus? Zum Stichtag 01.01.2026 gelten in Cottbus 106 Bodenrichtwerte. Der Bericht fasst sie als Spannen zusammen: Stadtzentrum 260 bis 490 Euro je Quadratmeter, Zentrumsrandlage 85 bis 260, individueller Wohnungsbau 15 bis 200, Gewerbegebiete 15 bis 60, Außenbereich jeweils 14 Euro. Den Wert für eine konkrete Zone rufen Sie über BORIS Brandenburg ab.
Sind die Immobilienpreise in Cottbus 2025 gestiegen oder gefallen? Beides, je nach Segment. Unsanierte Vorkriegshäuser legten um rund 16 Prozent zu, teilsanierte und sanierte Altbauten sowie unsanierte Häuser der Baujahre 1949 bis 1989 gaben um fünf bis acht Prozent nach. Die Baujahre 1990 bis 1999 und 2000 bis 2021 blieben stabil. Ein Gesamttrend für „Cottbus" lässt sich daraus nicht bilden.
Woher bekomme ich die amtlichen Zahlen, und was kosten sie? Die Grundstücksmarktberichte stehen bei den Gutachterausschüssen des Landes Brandenburg im automatisierten Abrufverfahren gebührenfrei bereit; ein gedrucktes Exemplar des Cottbuser Berichts kostet 50,50 Euro. Die Bodenrichtwerte rufen Sie über BORIS Brandenburg ab, für Stichtage ab 2010 ebenfalls ohne Gebühr.
Gelten die Cottbuser Zahlen auch für Peitz, Spremberg oder Guben? Nein. Für das Umland ist der gemeinsame Gutachterausschuss der Landkreise Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz zuständig, und dessen aktueller Bericht bildet das Jahr 2024 ab, nicht 2025. Dort lagen die Vertragszahlen um 5,1 Prozent und der Geldumsatz um 3,1 Prozent unter dem Vorjahr.
Welche Nebenkosten kommen zum Kaufpreis dazu? In Brandenburg beträgt die Grunderwerbsteuer 6,5 Prozent des Kaufpreises; dieser Satz gilt für alle Rechtsvorgänge, die ab dem 01.07.2015 verwirklicht werden. Dazu kommen Notar und Grundbucheintrag sowie gegebenenfalls die Maklerprovision, die beim Verkauf von Wohnimmobilien an Verbraucher zwischen Verkäufer und Käufer geteilt wird, wenn der Makler für beide Seiten tätig ist. Für die steuerliche Beurteilung Ihres Falls ist Ihr Steuerberater zuständig.
Warum weichen die Preise auf Immobilienportalen so stark ab? Portale zeigen Angebotspreise, also Forderungen von Verkäufern. Der Gutachterausschuss wertet ausschließlich notariell beurkundete Kaufverträge aus. In einem Markt mit rund 500 Abschlüssen im Jahr genügen wenige lange inserierte Objekte, um eine Portalstatistik zu verzerren.
Über den Autor
Sebastian Stelzig ist Immobilienmakler mit Erlaubnis nach § 34c GewO, erteilt durch das Gewerbeamt Peitz, und seit 2012 im Raum Cottbus tätig. Zu seinen absolvierten Fachfortbildungen gehören Nießbrauch und Wohnungsrechte, Wohnflächenberechnung nach WoFlV, Erbbaurecht in der Maklerpraxis, Mietrecht und die neuen Heizungsrichtlinien.
Stelzig Immobilien ist ein inhabergeführtes Einzelunternehmen. Beratung, Wertermittlung, Vermarktung, Besichtigungen, Verhandlung, Notartermin und Übergabe liegen in einer Hand – keine wechselnden Ansprechpartner. Ein Ladengeschäft gibt es bewusst nicht: Termine finden bei Ihnen zu Hause oder in Ihrer Immobilie statt.
Sie wollen wissen, wo Ihre Immobilie in diesen Zahlen steht? Schildern Sie mir kurz, um welche Art von Objekt es geht und in welchem Zustand es ist. Ich melde mich zügig zurück und ordne mit Ihnen ein, welche der oben genannten Segmente überhaupt einschlägig sind und was der nächste sinnvolle Schritt ist. Das erste Beratungsgespräch ist unverbindlich und findet bei Ihnen statt. Am schnellsten telefonisch: 0171 4746539 · stelzig@cottbus-immobilienmakler.immo · oder über das Eigentümerformular.
Datenquelle für alle Marktzahlen dieses Artikels: Grundstücksmarktbericht 2025 der Stadt Cottbus/Chóśebuz und Grundstücksmarktbericht 2024 der Landkreise Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz, abgerufen am 04.09.2026. © Gutachterausschüsse für Grundstückswerte BB 2025, dl-de/by-2-0 (www.govdata.de/dl-de/by-2-0), https://gutachterausschuss.brandenburg.de
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